IGS Kastellaun

von links nach rechts: Theresa Härter, Preisträgerin des Schreibwettbewerbs des Deutschen Börsenvereins, der Jugendbuchautor Dirk Reinhard, die Schulleiterin Frau Dr. Christiane Ulmer-Leahey.
von links nach rechts: Theresa Härter, Preisträgerin des Schreibwettbewerbs des Deutschen Börsenvereins, der Jugendbuchautor Dirk Reinhard, die Schulleiterin Frau Dr. Christiane Ulmer-Leahey.

Dichterlesung Dirk Reinhardt - "Train Kids"

Dichterlesung an der IGS Kastellaun

Am Dienstag, 13. September kam der Jugendbuchautor Dirk Reinhardt zu einer Lesung in die Aula der IGS Kastellaun. 150 Schülerinnen und Schüler der 9ten Klassen folgten gespannt den Ausführungen des Schriftstellers.

Die Schule verdankt die Veranstaltung der Schülerin Theresa Härter (jetzt Stufe 12), die an einem Schreibwettbewerb im Rahmen der Buchmesse Rheinland-Pfalz den 3. Platz belegen konnte Ihre Geschichte, die im Umfeld der Hunsrücker Friedensbewegung in den 80er Jahren angesiedelt ist, wurde in einem Buch des Deutschen Börsenvereins veröffentlicht und bei der Eröffnungsfeier der Buchmesse Rheinland-Pfalz am 22. April 2016 durch die „Heute-Journal“-Moderatorin Marietta Slomka einem breiten Publikum vorgestellt. Neben der Veröffentlichung gewann Theresa auch eine Autorenlesung für ihre Schule. Als Autor konnte der Börsenverein Dirk Reinhardt gewinnen, der mit seinem Roman „Train Kids“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert ist.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte die Schulleiterin der IGS Frau Dr. Ulmer-Leahey die Schülerin Theresa Härter und ihre preisgekrönte Erzählung dem Publikum vor und ermunterte die Mitschüler zu ähnlichem Engagement. Zudem begrüßte Frau Dr. Ulmer-Leahey den Autor und wies auf seinen Werdegang als Schriftsteller  hin.

Anschließend stellte Dirk Reinhardt kurz seine Geschichte vor. Im Mittelpunkt stehen fünf Jugendliche aus Guatemala – die „Train-Kids“ -, die über die mexikanische Grenze per Güterzug dem Elend ihres erbärmlichen, vielfältig bedrohten  Daseins in das vermeintliche Wohlstands- und Freiheitsparadies USA entfliehen wollen, in der Hoffnung sich hier ein menschenwürdiges Leben aufbauen zu können. In der packenden Erzählung wird die gefährliche Reise der Jugendlichen dargestellt. Man merkt der Geschichte an, dass der Autor vor Ort recherchierte und  mit Flüchtlingen direkt gesprochen hat. Seine Recherchen dokumentierte der Autor durch eine Bild-Präsentation. Auf diese Weise gewährte er dem Publikum einen Blick in die Arbeit einer Schriftstellerwerkstatt. Das Projekt umfasste von der Idee bis zum fertigen Buch insgesamt einen Zeitraum von 18 Monaten. Das vor Ort gesammelte Material (Bilder, Interviews mit Flüchtlingen, Schleusern und (korrupten) mexikanischen Polizisten) diente dem Autor als Rohstoff zur Gestaltung einer realistisch-ungeschönten wie auch spannend-ergreifenden Geschichte, wovon sich das Publikum durch die Lesung ausgewählter Textstellen überzeugen konnte.

Im Anschluss an die Lesung stellte sich der Schriftsteller den vielfältigen, interessierten Fragen des jungen Publikums. Hier wurde neben der schriftstellerischen Arbeit und dem persönlichen Engagement des Schriftstellers auch auf die Flüchtlingsproblematik weltweit, auf die aktuelle politische Situation in Mexiko und den USA und auf die Ähnlichkeiten der Lebensgeschichten der „Train-Kids“ mit jungen, ihrer Zukunftsperspektiven in ihren Herkunftsländern beraubten Jugendlichen aus dem Vorderen Orient bzw. aus Afrika hingewiesen. Die Fragen des Publikums liegen nahe, da auch in der IGS junge, z.T. unbegleitete Flüchtlinge Deutschunterricht erhalten, den Unterricht der Schule besuchen und sich ähnlich wie die Jugendlichen aus Guatemala nach einer Zukunft frei von Elend, Not, Verfolgung und (Bürger-) Krieg sehnen.

Die Schüler der IGS konnten durch die Veranstaltung einen Blick auf Lebenswirklichkeiten erhaschen, der meist in starkem Kontrast zu ihrer eignen Lebenssituation steht, wodurch ein Anstoß zu einer Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsproblematik gegeben werden konnte.