IGS Kastellaun

Die Zeit der Menschen – Im Würgegriff ökonomischer Zwänge

Die Theater-AG der Jahrgangsstufe 10 der Integrierten Gesamtschule Kastellaun beschäftigte sich in ihren Aufführungen am Dienstag, 29.05. im Rahmen der 30. Landesschultheatertage und am Freitag, 01.06. in einer öffentlichen Abendaufführung mit der Frage, warum die Menschen heute keine Zeit mehr haben. Als Grundlage der Auseinandersetzung diente der Märchenroman „Momo“ von Michael Ende.

„Keine Zeit“ - so nannte die Theatergruppe ihr Stück, vorgeführt unter der Regie von Wolfgang Halfmann. Die Grundidee des Stückes beruht auf der Überlegung, ob den Menschen nach dem Sieg des Mädchens Momo über die Zeiträuber wirklich mehr Zeit für sich und für andere bleibt. Mehr Zeit zu lauschen, zu schauen, sich zu öffnen, teilzuhaben und andere teilhaben zu lassen? In der Auseinandersetzung mit diesen Fragen kamen die Schüler zu einer niederschmetternden Antwort. Die Zeiträuber in Gestalt der „grauen Herren“ sind zwar von Momo vernichtet worden, doch ihre Ideen leben in den Köpfen der Menschen weiter und ergreifen Besitz von ihnen.

Geschäftsfrauen und Managerinnen (Maria Jahn, Luisa Zimmer, Felicitas Falley) verkörpern die ökonomischen Zwänge, die die Zeit der Menschen bestimmen. Momo (Verena Brehm) nimmt zwar gemeinsam mit ihren Freunden Gigi (Jana Hajok), Lili (Helena Franz) und Beppo (Torben Bremm) den Kampf auf, weil sie glaubt, durch Aufklärung eine Bewusstseinsänderung erreichen zu können, muss jedoch verzweifelt feststellen, dass nicht nur ihre Freunde Gigi und Beppo, sondern auch der Maurer Nicola (Lisa Burdenski) und der Wirt Nino (Helen Kilb) im Strudel von Hektik und Stress gefangen sind. Selbst die Kinder (Jasmin Benmostefa, Joshua Heitzer, Lisa Schädler, Angelina Wagner, Leonie Zimmer) haben keine Zeit mehr, soll aus ihnen doch schließlich mal was Nützliches werden. Doch da erfährt Momo unerwartet Hilfe von dem Mädchen Momo (Franziska Wolf) aus dem Märchenroman von Michael Ende, das ihr nach der Lektüre des Buches ihre Hilfe anbietet. Die Märchengestalt Momo glaubt mit Hilfe von Meister Hora (Leon Beutel), der ihr bereits im Kampf gegen die grauen Herren geholfen hat, einen Ausweg finden zu können. Doch auch dieser scheinbare Ausweg erweist sich als Sackgasse.

Das Stück lässt die Zuschauer allein mit der Frage, ob ihnen in der modernen Welt genügend Zeit für sich und andere bleibt und ob sie sich dieser Frage überhaupt stellen und sich mit ihr auseinandersetzen wollen.