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Unser Lehrerkollege Stefan Scherer meistert den Ironman!

Ironman-WM in Utah: Stefan Scherer aus Leiningen meistert ein einmaliges Erlebnis

 

Hinflug zehn Stunden. Rückflug neun Stunden. Aber die imposanteste Zeit für den Triathleten Stefan Scherer, der inzwischen in Leiningen lebt, ist diese: 11:22:26 Stunden. Genau diese Zeit brauchte der 41-Jährige in St. George im US-Bundesstaat Utah bei der Ironman - Weltmeisterschaft, die heuteerstmals nicht auf der Pazifikinsel Hawaii stattfand.

 

Von Mirko Bernd, Rheinzeitung vom 11.05.2022, 15:57 Uhr.

 

3600 Teilnehmer hatten sich gemeldet, längst nicht alle kamen ins Ziel. Stefan Scherer sehr wohl – und er kassierte im Lauf des Rennens einige Mitstreiter ein und war in seiner Altersklasse M 40-44 am Ende fünftbester Deutscher. Und mit sich und der Triathlon-Welt zufrieden.

„Es war ein einmaliges Erlebnis“, schwärmte Scherer, „allein wie die Zuschauer das Event getragen haben. Im Ziel waren immer noch ganz viele, als die Profis im Ziel waren. Sie haben echt jeden ins Ziel gebrüllt.“ Auch ihn nach 3,8 Kilometer Schwimmen im Sand Hollow Reservoir, 180 Kilometer Radfahren über die anspruchsvolle Strecke durch die Wüste des Zion-Nationalparks im Washington County bis hin zum Hitze-Finale mit 34 Grad ohne Schatten beim Marathon in der Stadt. „Es waren brutal extreme Bedingungen“, sagte Scherer.

Aber nicht nur für ihn, sondern auch für Profis wie Anne Haug, die 2019 den Ironman Hawaii hatte und in St. George Dritter wurde. Den Sieg holten sich übrigens bei den Männern der Norweger Kristian Blummenfelt mit 7:49:16 Stunden und bei den Frauen die Schweizerin Daniela Ryf mit 8:34:59 Stunden – jeweils mit Streckenrekord. „Das härteste Ding, das ich vorübergehend gemacht habe“, sagte Haug nach der Tortur.

Scherer fand: „Ob das ein würdiger Ersatz für Hawaii war? Ich würde ja sagen, die Bedingungen wären nicht weniger schwierig. Vor allem die Winde waren brutal stark. 2016 war ich auf Lanzarote, das war es schon heftig, aber hier war es noch stärker.“ Hinzu kamen 430 Höhenmeter beim Marathon, für den Scherer 4:03:35 Stunden brauchte oder 2100 Höhenmeter beim Radfahren, das er in 5:59: 41 Stunden bewältigte. Die Schwimmstrecke absolvierte der Lehrer an der IGS Kastellaun, seinem Heimatort, in 1:09:20 Stunden. Apropos IGS Kastellaun: „Ich bin der Schulleitung echt dankbar, dass das geklappt hat.“

Mittwochs ist Scherer hingeflogen, zwei Tage hatte er zur Eingewöhnung, bevor es zur Sache ging. „Ich weiß nicht, ob das besser geklappt hätte, wenn ich eine Woche früher dort gewesen wäre“, sagt Scherer, für den es sein siebter Ironman war. Denn auch so lief es wie geplant, nein, es lief besser. Scherer: „Ich bin defensiv angegangen und habe mir 11:30 Stunden als Ziel gesetzt. Ich wollte mir keinen Druck machen, denn man hätte sich schön platt machen können, denn es ging beim Laufen auch schön hoch und runter, das war muskulär nicht einfach.“

Scherer spulte sein Programm ab und kassierte nach und nach viele Triathleten ein. „Ich bin froh über mein defensiveres Ziel, denn das hat mich weit nach vorne gespült“, wusste er. Platz 455 war es insgesamt. Ob er sich das hatte träumen lassen, als er Mitte Februar die Anfrage bekam, ob er teilnehmen wollte an der „Ersatz-WM“ für Hawaii?

Qualifiziert hatte sich Scherer über ein System, bei dem Punkte übers ganze Jahr hinweg gesammelt werden. Scherer hatte dort letztendlich den „AWA-Goldstatus“ und musste sich innerhalb von 72 Stunden entscheiden, ob er das Angebot wahrnimmt. Er tat es: „Es war natürlich nicht so, dass du in der sechs Monate Vorbereitung Zeit hast, aber ich habe gedacht: Das ist eine WM, das machst du. Und vom Training her hat es auch noch gepasst.“

Und beim Wettkampf sowieso. Gerade im Zion-Nationalpark mit seinen roten Felsen blieb beim Radfahren auch mal Zeit, vom Watt-Computer hoch zu schauen. „Es war landschaftlich überragend schön“, schwärmte Scherer: „Und in jeder Stadt, jedem Dorf war Party und du bist angefeuert worden.“ Auch als die Beine auf den letzten Kilometern „weh taten“. Es hat sich gelohnt.

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